26.05.09 Kirgisien
Ein typischer Fehler, den man auf Reisen machen kann, ist, die Reise gedanklich abzubrechen, sobald das Ziel „in Sicht“ ist. Es ist nicht mehr weit nach Almaty. Man könnte schnell durchbrettern. Schnell durchbrettern? In KIRGISIEN???
Als Kür vor dem Finale haben wir uns etwas besonderes vorgenommen.
Statt der Hauptstraße zum Issyk-Kul zu folgen, wollen wir auf einer kleinen Piste die Berge des Tien Shan überqueren und von dort zum See runterfahren. Im vergangenen Jahr haben wir diese Route gescoutet, sie führt durch eine wunderbare Landschaft mit kleinen Gletschern und bietet phantastische Ausblicke auf den großen See, wenn man den letzten Pass geschafft hat. Ob der jetzt schon fahrbar ist, oder noch zugeschneit, wissen wir nicht. Aber da wir sowieso noch einen Puffertag haben, wollen wir es versuchen.
Am Nachmittag gelangen wir zu dem fraglichen Pass, der uns noch vom See trennt und müssen leider umkehren. In ein, zwei Wochen dürfte er vermutlich fahrbar sein, doch jetzt gibt es beim Aufstieg noch Schneeverwehungen, die für Fredi ohne Allrad nicht fahrbar sind. Also zurück, aber egal. Die Landschaft ist auch ein zweites Mal verlockend und ab der halben Strecke wollen wir einer anderen Piste folgen, als auf dem Hinweg.
Kurz nach dem Wendemmanöver meldet Fredi über Funk, dass er nicht weiter fahren kann. Sein Gang ist rausgesprungen und läßt sich nicht mehr einlegen. Bernd begutachtet das Problem: das Verteilergetriebe steckt in Neutral fest. Nicht unbedingt die beste Stelle dafür, aber Lamentieren hilft da auch nicht weiter. Für heute ist erstmal Feierabend, es ist schon spät, wir machen Camp. Morgen wird abgeschleppt, eine Alternative gibt es nicht.






