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28.05.09 Kirgisien/Kasachstan: Issyk-Kul - Almaty

„Heute Abend essen wir Pferd“. Ausnahmsweise entspringt dieser Ausspruch nicht Bernds Unersättlichkeit, sondern seinen Rachegelüsten. Soeben hat ein Pferd versucht, vor uns Selbstmord zu begehen bzw. uns in einen Unfall zu verwickeln. Es hat sich plötzlich in hektische Bewegung gesetzt und ist quer auf die Straße gelaufen. An Bremsen ist nicht zu denken, dann würde Fredi auf uns draufknallen. Bernd kann ausweichen.
Schlimmer als Achterbahnfahren finde ich die Abschlepperei schon als Beifahrer. Wie es den Fahrern damit geht, weiß ich nicht zu sagen. Abends sind jedenfalls beide ziemlich gerädert. Bergab mit vielen Kurven, das Auto hinten am Seil bremst für beide, das vorne gibt Gas, immer schön Spannung halten - und abhängig sein von dem, was der Hintermann tut. Zum Glück weiß Fredi, was er da hinten tut, aber ich bin froh, als die Berge vorbei sind, denn selbst leichtes Bremsen gibt bei uns vorne immer ganz schöne Schläge.
Wir kommen schon relativ früh in Almaty an und halten gerade nach einem Taxi Ausschau, das zum Hotel vorfahren soll und den Weg zeigen soll (Wendemanöver und langes Umherkurven empfehlen sich im Gespann hier nicht unbedingt). Da spricht uns Alex an. Ein Russe, der in Almaty lebt und selbst begeisterter Off Roader ist. Ein absoluter Glücksfall, denn er ist natürlich nicht nur total hilfsbereit und zeigt uns den Weg, sondern er spricht auch noch Deutsch, weil er fünf Jahre in Deutschland gelebt hat.
Abends gibt es dann doch noch die Rache am leichtsinnigen Pferd. Wir reaktivieren ein Restaurant, das wir auf der ersten Seidenstraßentour entdeckt haben und bestellen als Vorspeise gemischte Pferdeplatte. Eine kasachische Spezialität, mit der wir die erfolgreiche Abschleppaktion feiern. Immerhin insgesamt mehr als 800 Kilometer mit einigen Spezialaufgaben. Morgen kommt Fredis Toyota planmäßig in den Container. Repariert wird er zu Hause.

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